Immunprophylaxe in der Schweinehaltung - eine praktische Anleitung für Schweinehalter

Intramuskuläre Injektion beim Schwein - richtig gemacht!

  • Die Verabreichung verunreinigter Impfstoffe kann zu Abszessen führen. 
  • Für die Entstehung möglicher Infektionen spielt die Art der Injektion eine entscheidende Rolle. 
  • Es ist eine unabdingbare Voraussetzung, dass nur sterile Nadeln und Spritzen verwendet werden. Verschmutzte und beschädigte Nadeln dürfen nicht verwendet werden!

Die intramuskuläre Injektionstechnik im Nackenbereich der Schweine wird von Schulze et. al. wie folgt beschrieben: 
Die intramuskuläre Injektion in der Nackenregion erfolgt am zweckmässigsten in Höhe des höchsten Punktes des Ohrgrundes, 1-3 Finger breit hinter dessen hinteren Rand unter Verwendung einer 3,5 (± 0,5) cm langen Kanüle bei lateromedialer (waagerechter) Kanülenführung. Falls die Injektion zu weit caudal (körperwärts) appliziert wird, nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie subkutan erfolgt. Wird die Injektion zu weit ventral (bauchwärts) vorgenommen, erhöht sich das Risiko einer unbeabsichtigten Injektion in die Parotis (Ohrspeicheldrüse) oder in die Lymphknoten. Der Muskel, in den injiziert werden sollte, ist der M. brachiocephalicus (s. Abb. 1). Dieser entspringt am Ohrgrund und verläuft weiter zum Oberarm.

 

Was Sie bei der intramuskulären Injektion beim Schwein weiter berücksichtigen müssen:

  • Grundsätzlich sollten die Anweisungen der Gebrauchsinformation streng befolgt werden (Aufbrauchfrist etc.).
  • Die Kanüle sollte folgende Längen nicht unterschreiten:

Gewicht des Schweines:

(in kg)

Mindestlänge der Kanülen:

(in mm)

bis 10

12-20

10-25

25

25-50

30

50-100

35

Über 100

40

  • Die Kanüle muss scharf sein, denn stumpfe oder beschädigte Nadelspitzen verursachen Gewebeirritationen und erhöhen das Risiko einer Infektion. Ausserdem ist die Injektion weniger schmerzhaft und die Tiere bleiben somit während der Injektion ruhiger.
  • Nur saubere Spritzen und Kanülen verwenden.
  • Für jeden Betrieb muss ein Satz steriler Nadeln und Spritzen bereitgehalten werden. Für die Reinigung und Sterilisation schlägt Wijsmuller ein System vor, das sich seit vielen Jahren bewährt hat: Nadeln und Spritzen sind nach Gebrauch zu reinigen und mindestens 10 Minuten lang in destilliertem Wasser zu erhitzen. Anschliessend sind sie in Plastikhüllen verschlossen aufzubewahren. Erst unmittelbar vor dem erneuten Einsatz dürfen diese geöffnet werden.
  • Impfstofffläschchen dürfen nur mit sterilen Nadeln angestochen werden.
  • Spätestens nach der Verimpfung von 50 ml eines Impfstoffes sollte die Kanüle gewechselt werden.
  • Impfstoffe müssen auf die von den Herstellern vorgeschriebenen Temperaturen erwärmt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Impfstoffe leichter zu injizieren sind und sich im Muskelgewebe besser verteilen.
  • Einige Impfstoffe müssen vor ihrer Anwendung geschüttelt werden, damit sich seine Inhaltsstoffe optimal durchmischen.
  • Da Schweine schnell „nadelscheu" werden soll die intramuskuläre Injektion möglichst schmerzfrei erfolgen. Injektionen während Ablenkungsphasen (Fütterung, Säugen, Abferkeln) können stressfrei ausgeführt werden und sind daher sehr effektiv.


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